Mai 2012
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Frühsommertage

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

endlich haben wir das heiß ersehnte Frühsommerwetter, auf das wir schon seit Wochen gewartet haben. Die Eisheiligen haben uns noch einmal stark gebeutelt. Doch der Samstag und der Sonntag haben uns wohl schnell wieder versöhnt und wir konnten unsere Stadt oder Ausflüge in den Harz oder an die See genießen.

Auch ich habe dieses Wetter in dieser Stadt sehr genießen können. Das Wochenende fand seinen Abschluss mit einem wunderschönen Abendhimmel und anschließend Blitzen über Salzgitter. Ein sehr schöner Anblick, wie ich finde. Ihnen allen weitere schöne Frühsommertage wünscht Ihnen

Katharina Rosch

Blitze über Salzgitter, fotografiert von Katharina Rosch

Wissen ist Macht

Liebe Braunschweigerinnen und liebe Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

Wissen ist Macht – dieses geflügelte Wort geht auf den britischen Philosophen Francis Bacon zurück. Wenn wir ein paar Jahrhunderte zurück gehen, sehen wir, dass das Wissen nur auf wenige Menschen verteilt war und diese damit ganze Gesellschaften steuern konnten. Zu den Menschen mit Wissen und Macht gehörten beispielsweise die Kirchen, vor allem aber die Machthaber.

Auch heute sehen wir überall, dass Wissen viel mit Macht zu tun haben. Nicht umsonst versuchen totalitäre Staaten mit der Zensur über die Medien, ihren Bürgern Wissen vorzuenthalten. In den westlichen Gesellschaften haben die meisten Bürger jedoch fast alle Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen und es für den eigenen Vorteil zu nutzen. Abgesehen davon, dass es auch in Deutschland Analphabeten gibt, hat nahezu jeder Bürger Zugang zu Wissen. Zeitschriften, Magazine, Fernsehen, Radio, Bücher, Internet und weitere Medien machen es uns ganz einfach, uns mit notwendigen und unwichtigen Informationen zu versorgen. Ob es geschichtliches, medizinisches oder rechtliches Wissen ist, wir haben 24 Stunden am Tag die Möglichkeit, uns die Informationen ins Haus zu holen. Spätestens mit dem Smartphone ist diese Möglichkeit auch nicht mehr räumlich begrenzt.

Nur haben wir heute das Problem, dass wir mit so vielen – teils widersprüchlichen – Informationen konfrontiert werden, dass uns schnell der Überblick verloren geht. Oder aber, wir geben auf, umfassend informiert werden zu wollen und flüchten uns in die banalen Informationen, die uns viele Fernseh- und Radiosender aber auch viele Zeitungen und Zeitschriften und sehr viele Homepages im Internet ins Haus schicken.

So werden Sportmeldungen oder Hochzeiten von C-Promis wichtiger als Politik, die viele von uns sowieso nicht mehr verstehen. Aber genau aus diesem Grund können andere immer mehr über uns bestimmten. Weil uns wichtige Informationen fehlen, wir bewusst falsch informiert werden, sei es von Lobbyisten, sei es von einer gigantischen Werbe-Maschinerie.

Dank des Internet haben wir dabei heute so sehr viel mehr Möglichkeiten. Wir könnten uns umfassend zu wichtigen Themen informieren und müssen nicht den Kurzmeldungen der Massenmedien glauben. Wir können recherchieren, können hinterfragen und uns ein eigenes Bild machen. Wir müssen nur damit anfangen, aus der Komfortzone heraus zu kommen und wieder selbst Herr über unser Wissen werden. Dann gewinnen wir auch wieder Macht über uns selbst zurück, können qualifizierter beurteilen, müssen uns nicht weiter ein X für ein U vormachen lassen.

Mich freut es schon, wenn sich der eine oder andere Gedanken dazu macht.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gut informiert!

Ihre Katharina Rosch

 

Lange Zeit ist es her

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

Lotta

Lotta

es ist nun wirklich schon eine lange Zeit her, dass ich hier etwas veröffentlicht habe. Das liegt nun so gar nicht daran, dass es nichts Interessantes gegeben hat, auch nicht daran, dass ich sprachlos geworden bin. Nein, es lag wohl eher daran, dass ich so viel um die Ohren hatte – ich bin wieder auf den Hund gekommen, bin umgezogen, arbeite an manchen Tagen sehr, sehr lange und manchmal genieße ich jetzt einfach die wenige Freizeit auf meinem Sofa, auf meinem Balkon oder beim Spaziergang mit meinem Hund. Manchmal gehe ich natürlich auch aus. Und so ist die Zeit in den vergangenen Monaten nur so verflogen.

Meine Arbeit nimmt mich häufig sehr in Anspruch. Es gibt jeden Tag unendlich viele und vor allem sehr vielfältige Dinge zu tun. Von der Pflege der Webseite über Beratungen, Vorbereitungen von Vorträgen, Gesprächen mit Geschäftspartnern bis hin zu Social Media. Vom Video-Dreh für den firmeneigenen Youtube-Kanal bis hin zur Weiterbildung. Es gibt eigentlich keinen Tag, an dem es je langweilig wäre.

Aber bei all dem habe ich dennoch meine Sinne für andere Dinge offen. So auch für die große und die kleine Politik. Ich sehe mit offenen Augen in die Welt. Manches davon gefällt mir, andere Dinge überhaupt nicht. Wenn es beispielsweise um die “Herdprämie” geht, finde ich diese Diskussion schon so unsinnig, dass ich denke: “Darüber kann man doch gar nicht ernsthaft nachdenken und noch weniger kann man darüber streiten.” Die Herdprämie ist eine Subvention für Menschen, die eine andere Subvention bewusst nicht annehmen. Das wäre so, als würde ein Arbeitsloser, der kein Kilometergeld in Anspruch nimmt, weil er ja nicht arbeitet, eine Prämie dafür bekäme, dass er nicht zur Arbeit fährt. Widersinnig? Ja, genauso wie ein Betreuungsgeld. Vor allem, weil dieses wohl in erster Linie die Eltern in Anspruch nähmen, deren Kinder am meisten vom Besuch einer Kindertagesstätte profitierten.

Jetzt denke ich mal einen kurzen Augenblick zurück: Als meine Kinder klein waren, sind sie alle bereits in die Krippe gegangen. Ich habe sie deswegen nicht ein Stück weniger lieb gehabt. Aber ihnen hat die Kindertagesstätte (Kita) sehr gut getan. Sie waren mit anderen Kindern zusammen, haben Lieder gelernt, die ich nicht kannte, haben Rezepte gelernt, die ich vielleicht nie ausprobiert hätte, haben andere Kulturen frühzeitig kennengelernt, weil auch Kinder anderer ethnischer Herkunft die Kita besucht haben. Und bei mir haben sie meine Dinge gelernt…

Zudem finde ich es unglaublich wichtig, dass Frauen ihren Beruf nicht aufgeben. Die Arbeit hat in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Mit etwas Glück gewinnt man nicht nur eine Struktur für den Tag sondern auch das Gefühl etwas zu bewirken. Sei es die Floristin, die anderen Menschen mit ihren Blumen Freude schenkt, die Krankenschwester, die den Patienten ihre Aufmerksamkeit zukommen lässt oder die Erzieherin, die Kindern anderer Leute, neue Lieder beibringt. Die Buchhalterin, die für den Unternehmenserfolg Wichtiges beiträgt oder auch die Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter gut leitet. Wir Frauen können eine ganze Menge geben. Und wir können das genießen. Vor allem aber macht uns das in gewisser Hinsicht unabhängiger. Und sollte eines Tages die Ehe oder Beziehung scheitern, so stehen wir nicht vor dem Nichts, wenn wir unseren Beruf nicht aufgegeben haben.

Und wer sich dazu entscheidet, sein Kind zu Hause zu behalten, weil er dies für besser hält, kann das doch tun. Er wird auch nicht dafür bestraft, wenn er sich so entscheidet, nur weil er kein Betreuungsgeld bekommt. Er wird nur nicht dafür belohnt. Das ist schon ein erheblicher Unterschied, wie ich finde.

Wie sehen Sie das denn?

Ihnen allen einen schönen Abend

wünscht Katharina Rosch

Lange nichts von mir hören lassen…

Guten Morgen liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, guten Morgen lieber Rest der Welt,

ja, es ist ruhig um mich geworden. Zum ersten Mal seit Jahren gibt es bei mir in der Freizeit nur noch wenig online-Aktivitäten. Woran das liegt? Zum einen fordert mich mein neuer Job mitunter sehr, da er sehr vielfältige Aufgaben mit sich bringt und mitunter ein ständiges Eindenken in ein anderes Thema erfordert. Zum anderen spreche ich in der Zeit sehr viel mit Menschen, so dass ich abends eigentlich oft froh bin, nicht schon wieder so viel um mich herum zu haben.

Hinzu kommen noch einige andere Dinge. So habe ich begonnen, in meinem Leben ein wenig aufzuräumen. Lassen Sie uns doch mal eine kleine Zeitreise machen, damit Sie verstehen, was ich meine. Gehen wir mal 35 Jahre zurück in das Jahr 1976. Damals hat der Liter Benzin so um die 90 Pfennige gekostet. Und doch hatten wir Anfang der 1970-er Jahre von Ölknappheit gesprochen, es gab bundesweit autofreie Sonntage, um Benzin zu sparen. Dabei gab es gleichzeitig längst nicht so viele Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen. Zweispurige Autobahnen wie damals die A2 waren gut befahrbar. Wer jedoch nach Berlin fahren wollte, musste sich an der innerdeutschen Grenze auf lange Wartezeiten gefasst machen. Helmut Schmidt war Bundeskanzler und die Wiedervereinigung war noch lange nicht in Sicht. Nicht nur an der innerdeutschen Grenze mussten wir unsere Ausweise vorzeigen. Auch wer in den Urlaub fuhr, musste seinen Pass dabei haben. Geld musste getauscht und ständig der Gegenwert in Deutsche Mark umgerechnet werden.

Zu dieser Zeit war ich gerade 13 Jahre alt. Also am Beginn meiner Pupertät. Viel Umstellung, nicht nur der Körper verändert sich in dieser Zeit, auch die Gefühle und das Denken werden in neue Bahnen gelenkt. Ich wurde langsam zur Frau und das keineswegs immer gerne. Die runderen Oberschenkel empfand ich als dick und mir war manches peinlich. Leider hatte ich damals auch in meinem Elternhaus keine allzu schöne Zeit. Meine Eltern haben sich damals sehr viel gestritten. Auch wenn es noch ein paar Jahre dauerte, bis sie sich trennten, so war doch das Ende meiner Kindheit und meine Jugend von Familienstreitigkeiten geprägt, die mich ebenfalls stark verunsicherten. Ich vermisste die Liebe meiner Eltern, vermisste Wärme und Geborgenheit. Ich hatte niemandem, dem ich mich anvertrauen konnte, jedenfalls nicht innerhalb der Familie. Wie viele andere junge Menschen habe ich mich auch damals sehr mit der Sinnfrage gequält und neben dem eigenen Schmerz auch den Weltschmerz verspürt.

In dieser Zeit war ich oft sehr unglücklich. Gut, dass es damals solche Menschen wie meine Klassenlehrerin gab, die sich meiner immer wieder liebevoll annahm. Denn mein zwei Jahre älterer Bruder hatte sich in gewisser Weise längst aus meinem Leben zurückgezogen. Meine fünf Jahre jüngere Schwester musste ich eher beschützen, als dass ich ihr mein Leid anvertrauen konnte. Ja, Helga, Du hast damals eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben gespielt! Natürlich hatte ich auch Freundinnen. Aber bei ihnen war das Elternhaus nicht so kaputt. Sie konnten meine Ängste und Nöte oft nicht nachempfinden.

Ich war nicht besonders zutraulich zu anderen Menschen. Es hat immer gedauert, bis ich mich jemandem anvertrauen konnte. Auch Helga, Dir gegenüber hat es doch eine ganze Weile gedauert, aber es war gut, dass Du da warst. Nur schade, dass ich Dir damals alles anvertraut habe! Denn auch wenn ich nicht allzu vertrauensseelig war, so muss ich wohl doch das ideale Opfer für meinen Peiniger gewesen sein. Hätte ich Dir das erzählen können, liebe Helga, so bin ich mir sicher, hättest Du mich nicht im Stich gelassen.

Stellen Sie sich vor: eine unglückliche 13-Jährige, die von ihrer Mutter dauernd niedergemacht wird. Eine befreundete Familie dabei. Die Kinder der Familie waren etwas jünger als ich. Die Eltern wohl so alt wie meine Eltern. Aber diese stritten sich nicht die gesamte Zeit, machten ihre Kinder nicht nieder. Es dauerte nicht lange, da zeigte der Familienvater mir Verständnis und bot mir seine Freundschaft an. Er signalisierte, dass er mit mir fühle und mir ein echter Freund sein wollte, bot mir seine Schulter an. Gleichwohl dauerte es eine Weile, bis ich mich öffnete. Aber schließlich tat ich es doch. Und so bekam er noch weiteren Zugang zu mir.

Heute sage ich, er erschlich sich mein Vertrauen auf eine sehr geschickte aber auch besonders gemeine Art, denn das zeigte sich etwas später: er war nicht an mir sondern an meinem Körper interessiert. Heimlich, aber doch vor den Augen seiner und meiner Familie. Was ich damals gefühlt habe? Stolz und Scham, Schuld und Faszination, Gefühle, die ich überhaupt nicht einordnen konnte. Was aber überwog waren diese unglaublichen Schuldgefühle. Schuld seiner Familie gegenüber, Schuld meinen Eltern gegenüber, Schuld, dass er solche Dinge mit mir machen wollte, die doch in eine Ehe gehörten. Ich habe gedacht, ich sei böse, ich sei schlecht, es läge an mir. Und vor allem auch deswegen hat es wohl so lange gedauert, ein Jahr, bis ich mich aus dieser ungesunden Beziehung lösen konnte. Bis ich stark genug war, mich von diesem Menschen abzugrenzen.

Nach außen hin hat das wohl niemand sehen können, was damals in mir war. Ich war doch ohnehin immer so unglücklich wegen meiner Familie. Wegen der vielen Streits und weil ich mich so ungeliebt und abgelehnt gefühlt hatte. Wo soll da dieser Schmerz zusätzlich noch auffallen?

Und doch hat mich das über die ganzen 35 Jahre extrem belastet. Immer wieder gab es Situationen, in denen diese Bilder hochkamen, in denen ich mich wieder so hilflos wie die Maus vor der Schlange fühlte. Dabei war das gar keine Schlange da vor mir, sondern eine Imagination. Und ich keine Maus, sondern ein Mensch mit Rechten und mit Gefühlen.

In der Zwischenzeit habe ich drei Kinder groß gezogen, zwei wunderbare Söhne, eine wunderbare Tochter! Ich habe gesehen, wie Kinder mit 13 Jahren sind, wie sie sich fühlen, was sie für Schwierigkeiten haben. Ich habe es zwar mit einer sehr großen Verbundeheit – es sind schließlich meine Kinder – aber eben doch von außen gesehen. Und ich habe gesehen: mit 13 Jahren waren sie noch sehr, sehr schutzbedürftig! Auch mit 14, 15, 16 oder 17 Jahren. Ja auch noch darüber hinaus bedurften sie immer mal meinem Schutz und sie werden hoffentlich immer auch meine Liebe spüren wollen!

Jetzt, nachdem mein jüngstes Kind ausgezogen ist, ich mich meinen neuen Lebensabschnitt gestalten will, will ich diese Episode endlich abschließen, die mich über diese vielen Jahre verfolgt hat. Viel zu lange habe ich mich immer noch schuldig gefühlt, habe seine Familie schützen wollen. Doch auch seine Kinder sind längst erwachsen. Und ich weiß heute: ich war damals für gar nichts verantwortlich! Ich trage die Schuld nicht länger, denn dazu habe ich gar keine Veranlassung. 35 Jahre waren viel zu lange. Ich habe diesem Mann jetzt die Schuld zurück gegeben. Und ich spüre, wie viel leichter ich mit einem Mal bin! Das wurde Zeit, und es ist ein sehr gutes Gefühl!

So, und jetzt wird das Wochenende genossen. Tag der offenen Tür im Stadtarchiv, Lush-Eröffnung in der Fußgängerzone, ausgiebige Spaziergänge im Park… und was noch so auf mich und sie wartet.

Genießen Sie die Tage!

Ihre Katharina Rosch

Katharina Rosch

Medien, Politik und Verantwortlichkeiten

Einen schönen Sonntag wünsche ich Ihnen liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger und natürlich allen anderen da draußen!

In der vergangenen Woche konnten wir ständig dramatisierende Schlagzeilen über ein winzig kleines Lebewesen lesen, vor dem Deutschland jetzt angeblich kollektiv Angst hat. Das Robert-Koch-Institut, welches plötzlich nur noch als RKI betitetl wird, und auch die Gesundheitsministerin wurden nicht müde, uns vor rohem Gemüse zu warnen. Insbesondere sollten wir zunächst keine Gurken, Tomaten oder Blattsalate aus Norddeutschland essen. Dann ist das Bakterium Ehec auf spanischen Gurken gefunden worden – und auch das wurde medienwirksam ausgeschlachtet. Heute früh lese ich: “Die Infektionsquelle ist immer noch aktiv” Wir sollen also weiter kein rohes Gemüse essen, vorsichtshalber.

Nicht, dass ich nicht mit jedem Erkrankten Mitgefühl hätte, nicht, dass ich ohne Anteilsnahme den Tod von mittlerweile wohl 10 Menschen in der Bundesrepublik zur Kenntnis genommen hätte, und doch empfinde ich die gesamte Berichterstattung darum als Panikmache. Betrachten wir es doch mal so: In der Bundesrepublik Deutschland leben mehr als 81 Millionen Menschen. Davon sind derzeit rund 1000 Bürgerinnen und Bürger erkrankt, darunter wohl 20 schwere Fälle. Nun brauche ich keine Mathematikerin zu sein, um zu merken, dass diese Anzahl bei weitem unter dem Promille-Bereich liegt. Gleichzeitig schätze ich, dass gerade im Frühjahr die meisten Menschen auch frisches Gemüse essen. Die Gurkenscheibe auf dem belegten Brötchen, die Tomatenscheibe auf dem Burger, der frische Salat, leckere Caprese beim Italiener um die Ecke, mit Käse überbackene Tomaten, Guckensalat, Tsatsiki zum Grillgericht, das Salatblatt als leckere Garnitur auf dem Teller… Ich bin geneigt zu glauben, dass fast jeder Bürger mehrfach in der Woche frisches Gemüse zu sich genommen hat. Die Gefahr einer Ansteckung wird meines Erachtens enorm übertrieben. Ganz ehrlich: ich habe die ganze Woche weiter Tomaten und Gurken gegessen. Gerade Tomaten und Gurken passen so gut zu so vielen Gerichten. Nachdem ich gestern im Radio gehört habe, dass viele Menschen mittlerweile auch Angst haben Spargel oder Erdbeeren zu verzehren, die Bauern ihre Salatköpfe und Gurken gleich wieder schreddern, weil diese Lebensmittel unverkäuflich geworden sind, packt mich sogar die Wut. Denn die Gefährlichkeit von Tomaten und Co. wird ganz sicher vor allem eines: überbewertet.

Im Jahr 2008 starben von Januar bis Mai 1768 Menschen im Straßenverkehr. Laut Ärtztezeitung sterben jedes Jahr 220.000 Menschen in Deutschland an Krebs. Noch viel mehr Menschen werden im Straßenverkehr verletzt, zum Teil so schwer, dass sie sich nach dem Unfall in ein völlig neues Leben einfinden müssen. Und natürlich stirbt auch nicht jeder an Krebs Erkrankte.

Was ich mit diesem Vergleich sagen will: Wir sollten die Zahlen und Fakten in der richtigen Relation sehen. Und zudem das Risiko mit dem Nutzen vergleichen. Beim Autofahren tun wir das. Wir nehmen in Kauf, dass wir einen Menschen schwer verletzen, weil wir unaufmerksam sind. Der Nutzen, uns mit diesem individuellen Verkehrsmittel fortzubewegen scheint uns größer als das Risiko. Und so wird es wohl auch sein. Viele Menschen rauchen, weil für sie der Genuss wichtiger ist, als die möglichen Erkrankungen wir Lungenkrebs, Raucherbein, Teerlunge und dergleichen.

Betrachten wir diese Abwägung bei frischem Gemüse, so kann ich das Risiko Ehec-Bakterien zu mir zu nehmen möglicherweise reduzieren, indem ich keine frischen Gurken und Tomaten esse. Dafür nehme ich weniger Vitalstoffe und Vitamine zu mir, die für meine Gesundheit wichtig sind. Die Vitamine durch künstliche Präparate zu ersetzen, halte ich für keine gute Lösung, da auch manch Lebensmittel-Experte davor warnt. Und außerdem ist mir der Geschmack beim Essen sehr wichtig!

Ganz sicher ist jetzt vor allem wichtig, zu ermitteln, wie diese Bakterien auf die Gurken gekommen sind und zudem, auf welche Weise sich die Menschen wirklich angesteckt haben. Haben Sie mit dem Bakterium kontaminierte Gurken oder Tomaten gegessen? Oder gibt es noch einen anderen Infektionsweg, der noch gar nicht im Fokus steht?

War es tatsächlich Gülle oder Dünger in der biologischen Landwirtschaft? Dann frage ich mich, ob die Kühe, aus deren Ausscheidungen die Bakterien stammen könnten, artgerecht und biologisch gehalten wurden. Oder ob der Verbraucher hier für dumm verkauft wurde, weil sich durch den “natürlichen” Dünger das Gütesiegel Bio auf die Gurken und Tomaten drucken ließ? Dann frage ich mich aber auch nach der Skrupellosigkeit der Erzeuger.

Oder danach, ob wir nicht auch bei der Herstellung und dem Verkauf von Lebensmitteln nicht wieder viel kleinteiliger werden müssen. Ich bin sehr dafür: regionale Lebensmittel sollen vorwiegend in der Region verkauft und gegessen werden. Ich brauche keine Alpenmilch, die Milch vom Bauern aus artgerechter Tierhaltung um die Ecke schmeckt mir schon deswegen besser, weil ich ein besseres Gewissen dabei haben – und zugleich für weniger Verkehr sorgen kann. Übrigens muss ich im Winter auch keine Erdbeeren essen. Nicht einmal Erdbeerjoghurt oder Erdbeerkuchen. Gleiches gilt für den Spargel. Umso mehr genieße ich dann nämlich die Erdbeer- und die Spargelsaison!

Ich will niemanden überreden, es mir gleich zu tun. Ich habe gestern zwei Gurken gekauft und werde sie auch essen. Aber ich hoffe dazu beizutragen, dass sich Menschen Gedanken machen. Gedanken über ihr Ess-Verhalten, Gedanken darüber, wie Zeitungsmeldungen funktionieren und dass man die Zahlen und Fakten einmal näher beleuchten sollte. Dann wäre mir schon geholfen!

In diesem Sinne einen wundervollen Sonntag!

Ihre Katharina Rosch

Hallo nach längerer Pause

Katharina Rosch im Büro des KompetenzCenters Braunschweig UG (haftungsbeschränkt)

Guten Morgen liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, guten Morgen lieber Rest der Welt,

in den vergangenen Wochen habe ich mich an vielen Stellen sehr rar gemacht. Ganz besonders rar hier in meinem eigenen Blog. Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen habe ich die Geschäftsführung eines Unternehmens übernommen und dieses Unternehmen gerade erfolgreich ausgegründet. Das war eine Menge Arbeit und wir hatten so manches Hindernis zu bewältigen. Sei es, dass die Bank uns bei dem Eröffnen eines Geschäftskontos – sagen wir mal – falsch oder gar nicht beraten hat, dass dort weitere Pannen aufgetreten sind, die bis dahin reichten, dass die Anmeldungen des Unternehmens dauerten bis hin zu ganz banalen Dingen wie der Organisation eines Messestandes. Jedenfalls war und ist reichlich zu tun.

Ich habe also meine kleine gerade gegründete Agentur aufgegeben – zugunsten eines neuen festen Jobs, in welchem ich allerdings auch ziemlich frei arbeiten und vor allem meine Ideen und Stärken einbringen kann. Das habe ich bei einer festen Anstellung leider nicht immer so erlebt. Wenngleich die meisten Arbeitgeber vorher etwas davon gesprochen hatten.

Wie sieht jetzt also meine Arbeit aus? Ich leite das KompetenzCenter Braunschweig UG (haftungsbeschränkt). Das ist zunächst einmal sehr abstrakt, das ist mir bewusst. Am besten erklärt sich das KompetenzCenter ohnehin, wenn Sie uns einen Besuch abstatten. Wir haben hier zwei Ausstellungen. Die eine befasst sich mit dem Thema barrierefreies Wohnen, die andere mit Energiesparen. Eine weitere Sparte ist das Marketing. wir bieten zudem Schulungen für Handwerker, Endkunden aber auch Planer an. Komplettiert wird die Arbeit des KompetenzCenters mit Fachvorträgen und weiteren Veranstaltungen auch für den Endverbraucher, der einfach nur weniger für Energie ausgeben will.

Spannend und vielfältig ist die Arbeit, vor allem auch die hinter den Kulissen. Neue Kontakte knüpfen, Ideen und Strategien entwickeln… das alles macht auch sehr viel Spaß! Und überhaupt ist es ein spannendes Ding, die Idee eines Unternehmens in die Realität zu führen.

Ich werde hoffentlich von nun an dennoch wieder regelmäßiger schreiben. Ideen und Gedanken habe ich immer noch eine Menge. Und ich sehe auch hier und dort Dinge in Braunschweig, die vielleicht einer Erwähnung bedürfen.

Ihnen allen eine schöne letzte Maiwoche!

Ihre Katharina Rosch

Krieg, Katastrophe und dennoch wird es Frühling

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

blicken wir die vergangenen Tage und Wochen zurück, beherrschen vor allem die Themen Libyen und Japan die Nachrichten-Portale. Und beide Themen sind es in der Tat wert, dass darüber berichtet wird.

Ängstlich und ungläubig blicken wir nach Japan. Viele Fragen tun sich auf. Die vielen Erdbeben, der Tsunami und dann auch noch die Haverie in Fukushima und dessen Atommeilern. Worte wie Super-GaU machen die Runde. Dabei frage ich mich ernsthaft, wieso “Größter anzunehmender Unfall” die Katastrophe nicht treffend umschreiben sollte. An die Kernschmelze haben die Menschen gedacht, als sie an den schlimmsten möglichen Unfall dachten. Aber egal, wie man das Unglück auch immer betitelt, es ist unfassbar viel Leid entstanden und es wird noch unfassbar mehr Leid dazu kommen.

Mehr als 8.000 Menschen sind tot geborgen worden, weitere 10.000 Menschen werden immer noch vermisst. Doch das sind nicht die einzigen Opfer. Hunderttausende Menschen haben ihr Hab und Gut verloren, stehen von hier auf jetzt plötzlich vor dem Nichts. Dazu kommt diese Ungewissheit, was mit der Radioaktivität ist. Städte sind dem Erdboden gleichgemacht. Die Straßen sind weggespült oder voll mit Trümmern. Die Versorgung der obdachlos gewordenen Japaner ist in vielen Gegenden gefährdet. Dazu ist es bitterkalt. Strom muss gespart werden, Benzin ist knapp – es sind ja auch viele Öl-Raffinerien in Brand aufgegangen. Kurz und knapp: das Leid ist unermesslich. Und niemand ahnt bis dato, wie sehr es noch steigen wird. Denn die ersten Lebensmittel, die ersten Grundwasserreserven sind radioaktiv verseucht.

Was wir 1986 schlimm fanden, dass unsere Kinder nicht draußen spielen durften, der Sand in den Sandkisten ausgetauscht werden musste, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten nicht gegessen werden sollte, auch unsere Milch zum Teil verstrahlt war, war vergleichweise ein Spaziergang an einem Frühlingssonntag! Wir hatten Dächer über dem Kopf, unsere Kinder konnten mit ihrem Spielzeug in ihren Zimmern und in den Kindergärten und Schulen spielen. Unsere Infra-Struktur war völlig in Ordnung. Und dabei war die Strahlung bei uns gering im Verhältnis zu dem, was in Japan gemessen wird.

Doch die japanischen Familien haben zum großen Teil keine Häuser, in denen sie Unterschlupf finden können, in vielen Gegenden gibt es keine Supermärkte mehr, in denen die Menschen unbelastete Lebensmittel einkaufen können. Viele Menschen müssen derzeit hungern und dursten und dazu auch noch frieren.

Wer die Bilder der zerstörten Städte und Landschaften gesehen hat, der ahnt, dass selbst die vielen Helfer vor Ort auch mitunter nicht wissen, wo und wie sie anfangen sollen. Wir können lediglich spenden und hoffen. Ob und was wir noch tun können, wird die Zukunft zeigen. Je nachdem, wie es in Fukushima weitergeht, werden wir vielleicht auch japanischen Müttern und Kindern einen Erholungsurlaub in Deutschland ermöglichen sollen, wie es viele deutsche Familien mit Kindern aus Tschernobyl getan haben.

Ganz wichtig aber ist, dass wir das Leid nicht vergessen. Aber auch das Leid der anderen hilfebedürftigen Menschen auf dieser Welt darf nicht vergessen werden.

Genauso wichtig ist es, dass wir aus der Situation lernen. Für mich ist Atomkraft schon seit meiner Jugend nicht diskutabel. Ich stand immer auf dem Standpunkt, dass man keine Atomkraftwerke betreiben darf, solange die Frage des Mülls nicht geklärt ist. Es gibt bis heute in Deutschland kein Endlager. Bisher wird der radioaktive Müll oberirdisch beispielsweise bei Gorleben gelagert. Dass unsere Atomkraftwerke nicht gegen jeden Störfall gesichert sind, davon gehe ich (leider) auch aus. Wir können uns im Moment wirklich glücklich schätzen, dass bei uns alle Unfälle bislang glücklich verlaufen sind!

Es wird Zeit für intelligente Lösungen! Elektro-Autos sind höchstens eine vorübergehende Lösung, sofern wir weder Atomenergie dafür benötigen und wir unsere landwirtschaftlichen Flächen weiter für Nahrungsmittel nutzen. Denn es kann doch keine Lösung sein, Nahrungsmittel gegen so genannten Bio-Sprit einzutauschen!

Und bei all dem Leid wird es dennoch gerade Frühling. Wir können die ersten Sonnenstrahlen genießen. Und wir sollten genau das auch tun. Wir können damit Kraft tanken, Lebensmut und -freude tanken. Und hoffen, dass wir diese an andere Menschen – auch denen in Japan – beizeiten weitergeben können.

Eine lange aber abwechslungsreiche Woche

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

viele von Ihnen haben heute ganz sicher das schöne Wetter und den Karnevals-Umzug genossen. Auch viele Besucher von außerhalb waren zu Gast, wie man unschwer an den vielen Fahrzeugen mit fremden Kennzeichen sehen konnte, die überall geparkt haben. Schön, dass viele Besucher auch per Bahn angereist waren. Die vielen verkleideten in der Bahnhofsvorhalle gaben ein abwechslungsreiches Bild.

Ich habe mich – wie jedes Jahr – aus dem Trubel heraus gehalten. Für mich bleibt das eine fremde Welt. Ich finde einfach keinen Zugang dazu. Dabei habe ich gewiss nichts gegen Spaß, nichts gegen schrille und bunte Kleidung, nichts gegen Verkleidung. Aber dennoch liegt mir daran nichts. Ich muss mich nicht verkleiden, um endlich “mal die Sau rauslassen” zu können. Vielleicht liegt das daran, dass ich mit meiner Meinung auch im Alltag selten hinter dem Berg halte?

Ohnehin habe ich den heutigen Sonntag lieber genutzt, um mich zu erholen. Denn ich hatte eine lange Woche. Sechs Tage voller Arbeit, aber auch Abwechslung. Gestern beispielsweise waren wir beruflich auf der CeBIT. Vorher hätte ich es leider auch gar nicht geschafft. So viel ist im Moment in meinem neuen Job zu tun. EDV muss eingerichtet und erweitert werden. Vor allem aber muss die Messe “Mein Heim” vorbereitet werden. Die KompetenzCenter Energiesparen und Barrierefreiheit werden sich zum ersten Mal auf einer Messe präsentieren. Das heißt, dass der Messestand inhaltlich aber auch gestalterisch vorbereitet werden muss. Wie soll er aussehen? Welche Themen wollen wir präsentieren? Was benötigen wir dafür? Wen wollen wir vielleicht noch beteiligen? Wie wollen wir werben? Preise müssen recherchiert und verhandelt werden. Gleichzeitig arbeite ich mich aber noch in den neuen Job ein. Ich richte Organisationsstrukturen ein, knüpfe Kontakte, lerne Menschen kennen, führe Gespräche und Meetings. Es gibt jeden Tag sehr vielfältige Aufgaben. Und selbst, wenn der Kalender einmal nicht so voll scheint, so sind da noch hunderte an Kleinigkeiten, die auf der Prioritätenliste weiter hinten stehen, dennoch aber erledigt werden wollen. Neue Internet-Präsenzen müssen vorbereitet werden. Die alten Plattformen aktualisiert und verbessert werden.

Die kommende Woche wird besonders werden. Ich werde nur vier Tage arbeiten, denn mein ältester Sohn heiratet am Freitag. Ich bekomme Übernachtungsgäste, auf die ich mich auch sehr freue. Aber auch das bedeutet natürlich immer auch mehr zu tun: Aufräumen – dabei habe ich noch nicht mal alle Kartons ausgepackt – Platz schaffen, Essen planen, Einkaufen, Kochen und Backen. Immerhin zwingt mich das, die restlichen Dinge auszupacken und einen sinnvollen Platz zu schaffen. Die Regalbretter habe ich auch noch nicht an der Wand. Dafür bin ich immer zu spät nach Hause gekommen. Der Küchenhängeschrank steht ebenfalls noch im Weg. Ich habe aber Hoffnung, dass ich das bis Freitag erledigt habe.

Ja, jetzt heiratet mein ältestes Kind. Das ist für mich auch ein merkwürdiges Gefühl. Wenn ich so zurückblicke und mich daran erinnere, wie alles begonnen hat, dann sehe ich wieder die Geburt vor mir. Lange habe ich in den Wehen gelegen. Sehr lange. Kaum war ich im Krankenhaus gingen die Wehen zurück. Dennoch behielt man mich dort. Die Wehen waren zwar nicht mehr so heftig, aber heftig genug, mir den Schlaf zu rauben. So lag ich des Nachts und nichts passierte. Der Morgen brach ein. Noch immer regelmäßig die Kontraktionen, aber kein wesentlicher Fortschritt. Man riet mir, mir ein Wehenmittel zu geben. Aber das wollte ich nicht. So lief ich über den Krankenhausflur, Stunde um Stunde verging. Erst um 21.35 erblickte mein Sohn das Licht der Welt. 3950 Gramm schwer, Kopfumfang 36 Zentimeter, 53 Zentimeter lang, ein wenig zerknautscht – und doch war es das hübscheste Kind auf der ganzen Welt!

Die kommenden Wochen und Monate verbrachte mein Sohn damit ganz schnell zu wachsen. Immerhin hatte er ein Einsehen mit seinen Eltern und schlief bereits mit sechs Wochen durch. Aber dafür war er tagsüber sehr viel wach. Hatte immer viel Hunger, wurde aber nie dick sondern nur immer länger und länger. Das hat er bis zum Erwachsenenalter durchgehalten und ist mit 1,94 Meter nicht gerade klein. Keine ernsthafte Krankheit, keine Verletzung hat seine Kindheit oder Jugend beeinträchtigt. Das, was ihn besonders auszeichnet: er ist ein sehr liebenswerter Mensch, der sich sehr um andere Menschen kümmert. Hilfsbereit, verantwortungsvoll, klug und wirkt immer irgendwie wie ein Fels in der Brandung. Wenn er heute so vor mir steht, blicke ich sehr stolz hoch zu ihm.

Ob meine anderen beiden Kinder auch eines Tages heiraten? Wenn ich eine Prognose abgeben soll: mein zweiter Sohn eher ja, meine Tochter eher nicht. Damit will ich meine Tochter nicht abwerten. Sie ist sehr hübsch und klug, aber sie hat auch einen starken eigenen Willen. Eine feste Partnerschaft traue ich ihr durchaus zu, aber ich glaube nicht, dass sie wirklich heiraten will. Aber im Grunde ist das auch so ganz und gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass alle drei Kinder glücklich sind und über ihr Leben selbst bestimmen. Wie sie das machen, ist ihre Angelegenheit.

Ich wollte auch meinen Kindern immer selbstverantwortlich handelnde Menschen machen. Und das ist mir wohl weitestgehend gelungen. Sie haben alle drei ihren Beruf, sind selbstbewusst und gehen mit offenen Augen durch das Leben. Das freut mich sehr!

Frühling in Sicht

Liebe Braunschweigerinnen und Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

wer viel arbeitet, findet wenig Zeit seinen Blog zu pflegen. So geht es mir derzeit. Und es ist ja nicht nur die bezahlte Arbeit sondern auch mitunter das Engagement in der einen oder anderen Gruppe, das meine Zeit beansprucht. Allerdings hätte ich am Wochenende Zeit gehabt. Doch was habe ich gemacht? Etwas länger als sonst im Bett liegen geblieben. Am Samstag das schöne Wetter voll ausgenutzt. Ich war mit meiner Tochter shoppen, am späten Nachmittag noch ein Spaziergang durch den Park. Und schon war der Samstag um.

Okay, dann war da noch der Sonntag. Aber auch am Sonntag habe ich nicht so früh aus dem Bett gefunden. Nachdem ich gesehen habe, dass es regnet, habe ich mir mein Buch hervorgeholt und gelesen. Allerdings bin ich zwischendurch kurz aufgestanden, habe mir meinen Kaffee latte gemacht und mich wieder ins gemütliche Bett zurückgezogen. Bis ich nicht mehr liegen konnte und wollte. Der restliche Tag galt endlich meinem Haushalt. Im Laufe einer Woche sammelt sich auch im Single-Haushalt so einiges an. Den Abwasch mache ich ja fast immer sofort. Doch die Wäsche wartet meist bis zum Wochenende. Und dann waren da die Blusen, die gebügelt werden wollten, die Knöpfe, die ich annähen wollte und andere kleinere Näharbeiten. Es ist ja doch erstaunlich, wie viel Zeit mit solchen Dingen ins Land gehen kann. Ach ja, zwei Brote habe ich ja auch noch gebacken. Eines für meine Tochter, eines für mich. Wirklich immer wieder lecker! Jedenfalls war der Sonntag fast noch schneller um als der Samstag. Nur dass ich am Sonntag kaum mal kurz vor der Tür war und am Samstag viele Stunden lang. Den habe ich wirklich genossen. Endlich wieder offen im Cabrio durch die Straßen zu fahren. Die Haare im Wind, die Sonnenbrille auf der Nase – ein ganz anderes Lebensgefühl, eben der Hauch von Frühling!

Und heute Nachmittag schon wieder! Die Sonne! Schade nur, dass ich erst mit Einbruch der Dunkelheit nach Hause gefahren bin. So habe ich auf das offene Dach verzichtet. Aber morgen, der Wetterbericht verspricht wieder Sonne, morgen wird noch vor dem Start das Dach geöffnet. Da ist es schon schade, dass der Weg zur Arbeit so kurz ist! Jedenfalls bin ich dankbar für mein wunderschönes Auto! Dankbar dafür, dass ich offen fahren kann und so viel Spaß dabei habe! Das ist einfach nur schön!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen und auch mir, dass der Frühling nun endlich mit Riesenschritten Einzug hält!

Ihre Katharina Rosch

Eine Woche später…

Liebe Braunschweigerinnen und liebe Braunschweiger, lieber Rest der Welt,

jetzt habe ich bereits eine Woche mit der neuen Arbeit hinter mir. Auch wenn ein Wochenende dazwischen lag, es waren anstrengende Tage! Überstunden, okay, die nehme ich so oder so in Kauf, da ich meine Arbeit liebe. Aber so viele Dinge auf einmal – damit habe ich dann vielleicht doch nicht so gerechnet.

Veranstaltung im KompetenzCenter Energiesparen zum Thema Fernwärme

KompetenzCenter Energiesparen

Anstatt mich jetzt in Ruhe in die neue Aufgabe einzuarbeiten, haben wir in einem Monat den ersten Messeauftritt. Das bedeutet: noch mehr Arbeit. Zum einen sollen die Kosten natürlich nicht aus dem Ruder laufen. Zum anderen aber soll der Messestand auch Erfolg bringen. Also müssen wir neben der Ausstattung an Aktivitäten denken. Womit begeistert man die Messebesucher? Womit wollen sie sich beschäftigen? Wie aufwändig wollen wir den Stand überhaupt gestalten? 12 Quadratmeter sind nicht viel Fläche. Ja, es wartet viel Arbeit.

Dazu heißt es für mich weiterhin, viele Kontakte zu knüpfen, mich hier und dort in meiner neuen Position vorzustellen, neue Kunden zu akquirieren, angeschobene Dinge weiter zu verfolgen und so vieles mehr. So ganz nebenher sind es auch neue Organisationsabläufe und neue Wege. Natürlich ist jedes für sich nicht viel, und doch macht

es am Ende vielleicht die Menge der neuen Dinge aus, die mich dann doch vielleicht anstrengen. Ich sitze ja auch erst seit gut vier Wochen in meiner neuen Wohnung. Auch hier ist noch lange nicht alles fertig. Und auch hier muss ich mich ein wenig eingewöhnen.

Auf der anderen Seite bin ich in meinem Leben wirklich schon häufig umgezogen. Und es wird mir am Ende wohl leichter fallen als vielen anderen Menschen. Vor allem, weil ich mich in der neuen Wohnung sehr wohl fühle. Das Wohnzimmer könnte größer sein, aber die Küche ist einfach toll von der Größe her. In meiner vorherigen Küche habe ich die erste Zeit noch ab und an mal gesessen. Später gar nicht mehr, sie war dafür einfach zu eng, zu klein. In dieser Küche habe ich jetzt mei

nen Esstisch mit sechs Stühlen und meinen Kicker stehen. Hier ist Platz zum Sitzen mit Freunden, zum Spielen, zum Kochen, zum Backen, zum Unterhalten. Da verliert das Wohnzimmer seine Bedeutung.

Ja, im Rückblick war die

vergangene Woche wirklich sehr voll und sehr anstrengend. Aber viele Dinge haben auch Spaß gemacht. Visionen sind da. Wenn sich erst mal alles eingependelt hat, wird es ohnehin leichter. Und eines Tages kann ich guten Gewissens die eine oder andere Überstunde als Ausgleich nehmen. Vielleicht fahre ich mal wieder nach Norderney? Eine schöne Insel zum Ausspannen. Oder nach Dänemark? Auch dort gibt es wunderschöne Ecken. Oder es geht wieder in den Süden? Auch das Mittelmeer reizt mich sehr. Das alles wird früher oder später möglich werden.

Ihre Katharina Rosch

Seitwert